Tokyo ist eine Stadt der Extreme: uralte Tempel neben Neon-Kathedralen, stille Zen-Gaerten neben der lautesten Kreuzung der Welt. Diese Tour fuehrt Sie von der Seele des alten Edo ins hypermoderne Shibuya und durch die dampfenden Gassen von Shinjuku.
Strecke: ca. 6 km (inkl. Bahn) | Dauer: ca. 4 Stunden
Senso-ji Tempel
Asakusa, Taito City, Tokyo 111-0032
Der Senso-ji ist Tokyos aeltester und beruehmtester Tempel, gegruendet 628 n. Chr. – ueber 1.000 Jahre bevor Tokyo zur Hauptstadt wurde. Der Legende nach fanden zwei Fischer eine goldene Kannon-Statue (Goettin der Barmherzigkeit) in ihren Netzen im Sumida-Fluss.
Der Zugang fuehrt durch das ikonische Kaminarimon (Donnertor) mit seiner riesigen roten Laterne (3,9 Meter hoch, 700 kg schwer). Dahinter erstreckt sich die Nakamise-dori – eine 250 Meter lange Einkaufsstrasse mit ueber 90 Laeden, die seit dem 18. Jahrhundert traditionelles Handwerk und Snacks anbieten.
Probieren Sie unbedingt Ningyo-yaki (kleine Kuchen in Figurenform), Senbei (Reiscracker, vor Ihren Augen gegrillt) und Melon Pan (suesser Teig mit knuspriger Kruste). Am fruehen Morgen vor 9 Uhr ist der Tempel fast menschenleer – magisch.
Nearby
- Asakusa Kagetsudo cafe — Beruehmtes Melon Pan, frisch gebacken
- Hoppy Street bar — Izakaya-Gasse mit Yakitori und Hoppy-Bier
Tokyo Skytree
Sumida City, Tokyo 131-0045
Der Tokyo Skytree ist mit 634 Metern der hoechste Fernsehturm der Welt und nach dem Burj Khalifa das zweithoechste freistehende Bauwerk. Die Hoehe 634 ist kein Zufall: auf Japanisch kann man die Zahlen 6-3-4 als „Musashi" lesen – der historische Name der Region um Tokyo.
Die Tembo Deck Aussichtsplattform (350 m) bietet einen 360-Grad-Blick ueber die schier endlose Stadtlandschaft von Tokyo. An klaren Tagen sieht man den Fuji – 100 km entfernt. Die Tembo Gallery (450 m) besitzt einen Glasfussboden, durch den man 450 Meter in die Tiefe blickt.
Die Konstruktion nutzt ein uraltes japanisches Prinzip: die Form einer Pagode. Ein zentraler Betonkern schwingt unabhaengig von der aeusseren Stahlstruktur – das gleiche System, das japanische Holzpagoden seit Jahrhunderten erdbebensicher macht.
Akihabara – Electric Town
Akihabara, Taito City, Tokyo
Akihabara ist das Epizentrum der japanischen Pop- und Technikkultur. Nach dem Zweiten Weltkrieg als Schwarzmarkt fuer Radioersatzteile entstanden, entwickelte sich das Viertel zum weltweit groessten Elektronik-Markt und schliesslich zur Hochburg der Otaku-Kultur.
Hier finden Sie alles: mehrstoeckige Elektronik-Kaufhaeuser wie Yodobashi Camera (9 Stockwerke), Retro-Gaming-Shops mit NES-Kassetten, figurenueberladene Anime-Stores, Maid Cafes (Kellnerinnen im Dienstmaedchenkostuem) und Gashapon-Automaten (Kapselspielzeug) an jeder Ecke.
Der Super Potato Retro-Gaming-Store in der Soto-Kanda ist ein Muss: drei Stockwerke voller Spielkonsolen und Spiele von 1980 bis heute, dazu ein Retro-Arcade im obersten Stock mit originalen Automaten.
Nearby
- Super Potato shop — Legendaerer Retro-Gaming-Store
- Mandarake shop — Manga, Anime und Raritaeten auf 8 Etagen
Meiji-Schrein
Yoyogi, Shibuya City, Tokyo 151-8557
Der Meiji-Jingu ist Tokyos wichtigster Shinto-Schrein, gewidmet Kaiser Meiji und Kaiserin Shoken. Eroeffnet 1920, liegt er inmitten eines kuenstlich angelegten Waldes aus 100.000 Baeumen, die aus ganz Japan gespendet wurden.
Der Wald umfasst 70 Hektar – mitten in der dichtestbesiedelten Metropole der Welt. Sobald man durch das riesige Torii-Tor (12 Meter hoch, aus 1.500 Jahre alter taiwanesischer Zypresse) schreitet, verschwindet der Stadtlaerm und man taucht in eine Welt der Stille ein.
Am Eingang stehen gestapelte Sake-Faesser (Kazaridaru) – Geschenke japanischer Brauereien. Gegenueber: franzoesische Weinfaesser – Kaiser Meiji war ein grosser Bewunderer der westlichen Kultur und liebte Bordeaux-Wein. Diese Dualitaet von Tradition und Offenheit praegte Japan bis heute.
Nearby
- Yoyogi Park park — Cosplayer, Musiker und Picknick am Sonntag
Shibuya Crossing
Shibuya Scramble Crossing, Shibuya City, Tokyo
Die Shibuya Crossing ist die beruehmteste Kreuzung der Welt. Bei jeder Gruenphase ueberqueren bis zu 3.000 Menschen gleichzeitig die fuenf Fussgaengeruebergaenge in alle Richtungen – taeglich passieren hier ueber 500.000 Menschen.
Das kontrollierte Chaos funktioniert wie ein Schwarm: ohne Zusammenstoesse, ohne Draengeln, in stoischer japanischer Ordnung. Am besten beobachtet man das Spektakel von oben: das Shibuya Sky (230 m) oder das Starbucks gegenueber im ersten Stock (bester kostenloser Aussichtspunkt).
Am Bahnhof steht die Bronzestatue von Hachiko – dem Hund, der neun Jahre lang taeglich am Bahnhof auf sein verstorbenes Herrchen wartete. Die Geschichte wurde 1987 und 2009 verfilmt und ruehrt Japan bis heute zu Traenen. Die Statue ist Tokyos beliebtester Treffpunkt.
Nearby
- Shibuya 109 shop — Ikone der japanischen Street Fashion
- Genki Sushi restaurant — Sushi vom Fliessband, Hightech-Bestellung per Tablet
Shinjuku – Omoide Yokocho
Nishi-Shinjuku 1 Chome, Shinjuku City, Tokyo
Omoide Yokocho (Erinnerungsgasse) – auch liebevoll „Piss Alley" genannt – ist ein labyrinthartiges Netzwerk winziger Gassen direkt am Bahnhof Shinjuku, dem meistfrequentierten Bahnhof der Welt (3,6 Millionen Passagiere taeglich).
In den kaum schulterbreiten Gassen draengen sich ueber 80 winzige Izakayas (japanische Kneipen), manche mit nur 6-8 Sitzplaetzen. Hier wird gegrillt, gebraten und getrunken wie in den 1940er-Jahren, als die Gasse als Schwarzmarkt nach dem Krieg entstand.
Bestellen Sie Yakitori (gegrillte Huehnchenspiesse – auch Herz, Haut und Knorpel), dazu ein Bier oder Highball (Whisky-Soda). Die Atmosphaere ist einzigartig: Rauch, Dampf, rote Laternen, Gespraechsfetzen und das Zischen des Grills. Ein Stueck altes Tokyo, das allen Modernisierungswellen getrotzt hat.
Nearby
- Golden Gai bar — 200+ Miniatur-Bars auf 6 Gassen
- Shinjuku Gyoen park — Japanischer, Franzoesischer & Englischer Garten (200 Yen)